Pele sagt: ‚Armes Land Tirol‘

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Wohin wird Tirols Weg als Tourismusdestination gehen? Hinweise: TVB Paznaun - Ischgl (Abdruck honorarfrei)

Wer in alten Lexika nach dem Begriff Tiroler sucht, wird als Erklärung „Wildes Bergvolk in den Alpen“ finden. Ob es in 100 Jahren möglicherweise „Dummes Bergvolk in den Alpen“ heißt?

Das Ergebnis der Volksabstimmung zu Olympia 2026 legt diesen Schluss jedenfalls dramatisch nahe. Die ganzen Nein-Sager, die für das negative Ergebnis verantwortlich sind, müssen sich vor allem eine Frage gefallen lassen: Wusstet ihr eigentlich, worüber ihr abstimmt?

Es ging keineswegs darum, Olympische Spiele abzusegnen, sondern rein um eine mögliche Bewerbung. Hätten die Rahmenbedingungen des IOC dann nicht gepasst, wäre ein Rückzieher seitens des Landes jederzeit möglich gewesen. Die hinterwäldlerischen Tiroler Negativ-Apostel haben es freilich geschafft, jede Art von Dialog im Voraus abzuwürgen.

So manche Rollen sind in diesem traurigen Schauspiel hinterfragenswert. Etwa jene von Teilen der Tiroler Künstlerschaft. Selbst den Rachen nicht voll bekommen, wenn´s um öffentliche Subventionen geht, aber dem Sport keine Plattform wie Olympia gönnen. Geht`s eigentlich noch?

Beste Skibedingungen bis Anfang Mai - dank der Höhenlage des Skigebiets zwischen 1.400 und 2.900 Metern. Hinweise: TVB Paznaun - Ischgl (Abdruck honorarfrei)
Skifahren ist der Sport um den es sich auch in Tirols Wirtschaft dreht.
Hinweise: TVB Paznaun – Ischgl (Abdruck honorarfrei)

Es wäre wohl höchst an der Zeit, über die öffentlichen Zuschüsse nachzudenken, die so mancher Kulturtreibende, der am Rande der Wahrnehmungsgrenze agiert, einsackt. Oder wie würde euch denn mal ein Boykott eurer Vorstellungen gefallen, liebe Damen und Herren Künstler?

Unfassbar auch der Blick auf manche Detailergebnisse. Tourismushochburg Kitzbühel: Dagegen – no na, die „Hochgschissenen“ brauchen´s ja nit. Stams: Dagegen – immerhin Sitz der Kaderschmiede namens Skigymnasium. Silz: Dagegen – obwohl Kühtai eine erstklassige Destination von Winterspielen gewesen wäre. Die Beispiele ließen sich beliebig fortsetzen.

Und da wäre noch die unsägliche Liste Fritz mit ihrem alternden Gründungsvater Dinkhauser und einer in allen Belangen überforderten Klubobfrau Andrea Haselwanter-Schneider. Der alte Fritz, einst selbst zwei Mal Olympiateilnehmer, ließ jeden, der es hören wollte oder auch nicht, wissen, dass er gegen weitere Spiele sei. Seine politisch an sich recht unbedeutende Dame geiferte ihm nach.

Es sei daran erinnert: Die Liste Fritz kam einst wegen genau einem Thema in den Landtag – der ungeklärten Frage um die Gemeindegutsagrargemeinschaften. Seither hat die Gruppierung wenig bis gar nichts zu bieten. Außer zuletzt gegen Olympia zu plärren. Es bleibt die Hoffnung, dass diese Gruppierung bei den Landtagswahlen 2018 auf dem Komposthaufen der politischen Geschichte Tirols landet. Dort gehört sie nämlich hin.

Kommentar: Peter Leitner

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